Wenn ein 15 jähriges Kind stirbt

Show notes

Wir haben diese Folge aufgenommen, als ein Schüler und Mitschüler aus unserer Schule unerwartet mit 15 Jahren verstorben ist. Wie geht man mit so einer Situation um? Wie verarbeitet man das?
In dieser Folge geht es nicht nur um Verlust, sondern auch um Heimat und Familie wegen Krieg verlassen müssen, Heimweh, Einsamkeit, Trauer, Depressionen, sich Hilfe holen. Aber diese Folge ist vor allem für den liebevollen Jungen Nikita und um sein kurzes Leben zu würdigen! Vielen Dank fürs Zuhören!

Show transcript

00:00:00: Hallo ihr Lieben und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von unserem Podcast Traces.

00:00:06: Kinder helfen Kindern.

00:00:09: Und wir hatten eigentlich für die heutige Folge ein anderes Thema, aber leider ist etwas am Samstag passiert was unsere ganze Pläne auf den Kopf gestellt hat Und aus diesem Grund haben wir uns entschieden, dann diese Woche Folge für heute zu ändern.

00:00:35: Was passiert ist, dass ein Schüler von mir am Samstag verstorben ist.

00:00:43: Ein Schüler namens Nikita der nur fünfzehn Jahre alt war Und natürlich, wenn man so eine Nachricht hört dann scheint alles andere unwichtig und sinnlos.

00:00:59: Wir haben uns dann entschieden diese Folge an Nikita zu widmen.

00:01:05: Es ist auch sehr traurig weil wir uns überlegt haben dass Nikita unser erster Kindergast für unseren Podcast sein sollte Und leider ist das jetzt zu spät für ihn.

00:01:23: Also ja, dieser Volk ist jetzt Nikita gewidmet und wir danken euch fürs Zuhören!

00:01:32: Und ja...

00:01:36: in Regelklasse und man kann die Intensivklasse in sechs Monaten oder in ein Jahr oder zwei Jahre machen.

00:02:03: Also der Intensif-Klasse, das ist auch für diejenigen, die das nicht wissen.

00:02:07: Das müssen wir erklären... eine Sonderklasse, in der man Deutsch lernt.

00:02:14: Wenn Kinder neu in Deutschland sind und kein Deutsch sprechen können dann besuchen sie... müssen Sie diese Intensivklasse besuchen Und da werden sie zwanzig Stunden pro Woche Deutschunterricht bekommen und je nachdem wie schnell die Kinder Deutsch lernen Dann werden sie in einer Regelklasse wechseln.

00:02:35: Einige Kinder brauchen dafür sechs Monate einige brauchen ein Jahr Ein Jahr und ein halb, zwei Jahre... Am längsten darf man in einer Intensivklasse drei Jahre bleiben.

00:02:46: Und als ihr in die Klasse gekommen seid, da war Nikita schon in der Regelklasse, weil Nikita im Februar-Zweißen-Zweiundzwanzig, also als der Krieg in der Ukraine angefangen hat, er ist im Februär-Zwenn zwanzig nach Deutschland gekommen.

00:03:10: Er war dann für zwei Jahre in der Intensivklasse, aber auch wenn die Kinder in einer Regelklasse danach wechseln brauchen sie immer noch Hilfe mit der deutschen Sprache.

00:03:22: Ja weil die deutsche Sprache keine so einfache Sprache ist zu lernen.

00:03:27: und dann war er vier oder fünf Stunden pro Woche auch mit mir, mit uns in der intensive Klasse Und er war dann auch oft in den Pausen, ne?

00:03:41: Was hat er da in den pausen gemacht?

00:03:44: Er hat mit unsere Lehrer hingeredet.

00:03:47: Also mit mir?

00:03:48: Ja!

00:03:50: Und ja warum hat er mit mir geredet?

00:03:53: Hat er mit euch nicht geredeht?

00:03:55: oder was war jetzt die Situation?

00:03:58: Weil

00:03:59: er kein Freund hat und er war lonely

00:04:06: Allein, einsam.

00:04:09: Er fühlt sich allein

00:04:11: und

00:04:12: deswegen...

00:04:15: Und ja also wie gesagt Nikita kam vor vier eineinhalb Jahren aus der Ukraine mit seiner Mutter und wir wahrscheinlich wissen die Väter, die Männer dürfen damals nicht ausreisen.

00:04:33: Das ist immer so, wenn ein Krieg ausbricht müssen die Männer dann dort bleiben und ihr Land verteidigen.

00:04:42: also sie müssen Soldaten werden Und es ist absolut verboten dass Sie das Land verlassen.

00:04:50: und aus diesem Grund war Nikita nur mit seiner Mutter und mit seinem jüngeren Bruder Ausgereist Geflüchtet!

00:04:57: Sie sind geflüchtete und sie sind dann nach Deutschland gekommen.

00:05:04: Und er war mein Schüler für diese ganze Zeit, er war ein ganz liebevoller Junge.

00:05:12: Er war fast elf Jahre alt als er hier gekommen ist.

00:05:18: Ein sehr höflicher Junge, sehr kreativer, hat eigene Gedichte geschrieben, hat Musik komponiert, Texte geschrieben... Also, so zu sagen ein Künstlerselle.

00:05:32: Und man sagt immer die Künstlern sind auch sehr empfindlich.

00:05:38: und ja warum war das so schwer für ihn?

00:05:43: Ich meine ihr kommt ja auch aus einem anderen Land und er hatte hier seine Mutter, sein Vater war aber nicht da, seine Mutter war da und seine Oma war auch da.

00:05:56: Und was war anders?

00:05:57: Ich meine, er kommt ja auch aus einem anderen Land.

00:06:02: Aber ihr seid jetzt nicht so traurig wie Nikita war.

00:06:10: Ja weil wir haben hier mit unserem Familie gekommen und er hat hier wegen der Krieg gekommen... ...dass wir gekommen sind.

00:06:28: Und deswegen... und

00:06:32: vor

00:06:33: die Krieg wusste er das nicht, dass er hier kommen sollten.

00:06:40: Ja, deswegen war er traurig!

00:06:43: Also ich denke ja besser gesagt, euer Vater war schon hier, ne?

00:06:50: Das war für euch eigentlich so eine Wiedervereinigung der Familie, eure Mutter wollte mit euch dann hier neben eurem Papa sein und das war wahrscheinlich eine Erfahrung, eine Entscheidung die euere Eltern schon früher getroffen haben.

00:07:06: Und ihr wusstet früh genug okay in dem Monat und so an dem Tag wird wir jetzt nach Deutschland fliegen und ihr hattet dann bestimmt genug Zeit euch zu entscheiden.

00:07:19: welche Sachen nehmt ihr mit nach Deutschland?

00:07:22: Welche Sachen lasst ihr dann in Indien und Abschied zu nehmen von euren Verwandten, von eurer Freunden.

00:07:33: Ihr müsst euch vorstellen wenn so ein Krieg ausbricht ja weil so Brechenkriege aus, wenn jemand greift an über Nacht oder morgens früh dann rennt man für sein Leben hat man keine Zeit zu überlegen.

00:07:51: Die meisten hatten einfach einen Rucksack genommen, alles was in den Rucksacks reinpasst ein paar Kleider die unterlagen also die Dokumente sind immer sehr wichtig.

00:08:02: einige haben sogar ihre Haustiere mitgenommen.

00:08:05: viele sind mit den Katzen und Hunden nach Deutschland gekommen und sind einfach geflüchtet.

00:08:11: das heißt wir rennen jetzt oder wir sterben.

00:08:16: Das ist der Unterschied.

00:08:18: oder zwischen euch und Nikita?

00:08:20: Ja.

00:08:22: Und ihr müsst euch schon vorstellen, wenn ihr jetzt auf einmal... ja, wir seit gestern Nacht einfach ganz normal ins Bett gegangen und morgen früh werdet ihr geweckt von eurer Mama oder Papa oder Oma oder wer auch immer und sagt okay hier ist dein Rucksack pack schnell ein paar Sachen rein weil der Krieg angefangen hat.

00:08:46: wie würdet ihr euch fühlen?

00:08:48: Ich würde mich sehr schockiert fühlen und auch traurig

00:08:52: fühlen.

00:08:54: Ja, und denk daran genauso ging es den ukrainischen Kindern vor vier eineinhalb Jahren als der Krieg angefangen hat.

00:09:02: ja sie mussten dann schnell ein paar Sachen packen weil die konnten nicht so viel mitnehmen und flüchten.

00:09:10: was noch sehr sehr trauriges ist halt dass sie ihren Vater ihre Väter dort hinterlassen mussten, weil die Männer ja nicht ausreisen durften.

00:09:22: und ein Krieg ist dein Krieg.

00:09:24: Und ich weiß nicht in Indien war wahrscheinlich nicht so viel los aber wir haben hier in Europa immer wieder von dem ersten und zweiten Weltkrieg gelernt und ich habe zum Beispiel auch immer von meinen Großeltern davon erfahren und von Leuten die im Krieg gelebt haben.

00:09:46: Und diese Kinder, also ihr seid jetzt viel zu jung.

00:09:50: Ihr wisst nicht was ein Krieg ist.

00:09:52: Entschuldigung und auf einmal musst du einfach weggehen.

00:10:00: Dann ist der Stress.

00:10:01: Du musst deine Heimat verlassen, deine Familie, deine Verwandten, deine Freunde... ...und deinen Vater!

00:10:10: Du kommst in ein komplett fremdes Land.

00:10:14: Du kennst die Sprache nicht, du kennst Leute dort nicht und ja dann hast du noch diese Sorge und die Angst um deinen Vater weil du nicht weißt was mit ihm passiert.

00:10:28: Weil er ein Soldat ist im Krieg.

00:10:30: Und ich weiß Nikita hat es nicht gut in Deutschland gefallen.

00:10:36: Er wollte nicht in Deutschland bleiben, er wollte immer zurück in seine Heimat bleiben.

00:10:42: Ich weiß für viele Kinder Ja und Leute auch generell sagen nach Deutschland ist das schön, ich möchte immer hier leben.

00:10:51: Aber wenn man gezwungen wird sein Heimat zu verlassen in einem anderen Land zu lebern dann sieht man das vielleicht nicht so schön.

00:11:05: Also ihr musst euch das vorstellen ja?

00:11:08: Das ist der Unterschied zwischen euch und Nikita.

00:11:13: Und wie gesagt, am Anfang hat er sehr schnell und sehr gut Deutsch gelernt.

00:11:20: Deswegen konnte er nach zwei Jahren in die Regelklasse wechseln.

00:11:26: Aber er musste immer noch vier, fünf Stunden pro Woche zum deutschen Tarik kommen, also zum Datsday, Deutsch als Zweitsprache.

00:11:35: Dann haben wir uns auch viel unterhalten.

00:11:38: Er hat immer wieder das Gespräch gesucht Und das Problem war, wie gesagt, er hatte so viel Schmerz in sich weil er seine Heimat vermisst hat.

00:11:52: Seine Verwandten und seinen Vater und seine Freunde.

00:12:01: Was passiert manchmal?

00:12:05: mit niemandem darüber gesprochen.

00:12:07: Ja, ich sage jetzt das ist ganz wichtig für euch Kinder vor allem wenn ihr ein Problem habt Wenn ihr traurig seid aus welchem Grund?

00:12:17: egal?

00:12:18: ja egal aus welchen Grund?

00:12:20: bitte ihr muss das nicht alles allein tragen.

00:12:25: er muss dass nicht alles in euch halten weil ja es wird wie eine gift für dein körper Und je länger das in euch bleibt, desto schlimmer wird es.

00:12:41: Also bitte sprich mit jemandem.

00:12:43: ihr musst das nicht allein tragen.

00:12:47: Teilt diese Lasst mit jemanden egal mit wem ja redet mit einem Freund, mit einem Lehrer... einem Bruder oder einer Schwester, wenn ihr habt mit Cousinen, mit einem Elternteil.

00:13:02: Mit Großeltern, Onkel, Tanten... Ja und in Deutschland, ihr wisst ja das ist sehr wichtig!

00:13:09: Ihr habt auch diese Sozialstellen.

00:13:11: also ihr könnt mit einem Sozialarbeiter reden, mit jemandem von Jugendamt, von Jugendzentrum, von der Kirche.

00:13:18: Es ist egal.

00:13:19: Also bitte redet mit jemanden weil ihr das nicht allein tragen musst.

00:13:25: Ganz, ganz wichtig bitte benutzt nicht Kunstliche Intelligenz als Gesprächspartner also nicht ChatGPT weil ja das ist eine Maschine.

00:13:36: Das ist ein Programm und das arbeitet nach Algorithmen kennt keine Gefühle und es sind schon Fälle passiert dass die KI-Programme nicht so gute Ratschläge gegeben hat.

00:13:54: Und was könnt ihr noch über Nikita sagen?

00:13:58: Also ich kenne ihn jetzt als mein Schüler, aber er ward ja seine Mitschülerinnen.

00:14:06: Was könnt ihr über Nikitas sagen und wie würdet ihr am liebsten Nikita in eure Erinnerungen behalten?

00:14:18: Am liebste wurde ich ihm lachend und glücklich und quatschmarkend in Erinnerung halten?

00:14:27: Ja, so wie jedes Kind eigentlich sein soll.

00:14:31: Quatschmacher lachen glücklich!

00:14:34: Aber bei Nikita war dieses große Problem, dass er hier ohne seinen Vater war, dass es eine sehr sensible Persönlichkeit hatte.

00:14:47: Und anstatt mit anderen Kindern zu reden hat er sich immer mehr... in sich verschlossen und dadurch wurde auch sein Schmerz immer größer.

00:15:04: So ist Halt, er ist jetzt am Samstag ganz unerwartet mit nur fünfzehn Jahren gestolben und das hat uns alle schockiert.

00:15:19: ich bin dieser Woche krankgeschrieben Und ja, das war zufälligerweise oder nicht sogar Naftib, die mir die Nachricht gegeben hat.

00:15:31: Und ja erst so ein paar Minuten später kamen die offizielle Nachricht der Schule und es war ein Schock für mich.

00:15:40: Und naftib wie war es für dich?

00:15:44: Ich war sehr,

00:16:04: sehr schockiert und das war sehr traurig.

00:16:08: Und für mich war es auch schockierend und traurisch.

00:16:16: Ja, warum?

00:16:18: Warum ist dann so schockierend wenn jemand steht?

00:16:24: Vor allem wenn ein Kind steht.

00:16:26: Also klar es ist normal wie man hört ja eine alte Frau oder einen alten Mann ist mit ninety-viert Jahren gestorben.

00:16:36: Warum ist das so schokierend dass Nikita gestorban ist?

00:16:40: Weil er nur von zehn Jahre alt war und Er war klein.

00:16:49: Er war nicht so

00:16:51: alt,

00:16:52: ja.

00:16:53: Ja genau er war ein Kind, ein Jugendlicher.

00:16:56: Das ist kein Alter in dem man stirbt.

00:17:04: Weil das sehr schwer zu verarbeiten ist.

00:17:08: der Tod eines Kindes egal im welchem Alter ob das Kind jetzt zwei Jahre alt ist oder sechs oder zehn oder zwölf oder fünfzehn oder zwanzig Es ist immer eine sehr, sehr große Tragödie.

00:17:21: Ich denke das ist das Schlimmste was im Leben eines Menschen passieren kann ja dass ein Kind so jung stirbt Ein Jugendlicher.

00:17:33: Und ja wir machen also einen Grund warum ich jetzt... Warum wir jetzt diese Folge machen ist auch um das zu verarbeiten weil wie gesagt sprechen hilft und ja das hilft denn Mädchen auf jeden Fall.

00:17:49: So meinen Schülerinnen, aber das hilft mir auch.

00:17:53: Auch wenn ich jetzt Erwachsene bin und Lehrerin... Das ist für mich nicht leicht.

00:17:59: Und ich möchte gar nicht denken wie das für seine Familie ist.

00:18:06: Wir wollen auch seine Erinnerung errennen.

00:18:11: Vielleicht durch diese Folge bekommt er auch so ein bisschen Unsterblichkeit sozusagen, weil wer weiß vielleicht in zehn Jahren wenn irgendjemand in zehn jahren noch unseren podcast hört dann wird man erfahren dass irgendwann In deutschland Einen junge namens nikita gab daraus der ukraine gekommen ist und an dessen leben hier mit fünfzehn viel viel zu früh Zuende gekommen ist.

00:18:50: Was noch traurig ist, ist halt durch unser Projekt.

00:18:54: Wir haben das Projekt angefangen für krebskranke Kinder und da sind Kinder die müssen sich mit der Idee des Todes irgendwann auch auseinandersetzen, weil ich denke jedes Kind das kenne ich auch aus eigener Erfahrung als ich mit vierzehn damals Krebs hatte ja.

00:19:19: Ich wurde auch mit dem Gedanken konfrontiert und mit der Möglichkeit konfrontieren dass sich vielleicht nicht schaffe Ja also dass ich vielleicht nicht ja dass ist vielleicht sterben könnte.

00:19:31: Und ich denke dadurch durch unser Projekt habt ihr jetzt auch ein bisschen mehr Kontakt zu dem Tod bekommen sozusagen.

00:19:43: Also ich denke mehr als andere Kinder, weil wenn wir jetzt über Krebs und so gelernt haben dann wusstet ihr okay an Krebs kann man aufsterben heute zum glück nicht mehr so viele leute.

00:19:59: heute sterben nicht mal so viele Leute wie früher zum Glück weil die medizin sich sehr entwickelt hat Aber es gibt immer noch Leute, die sterben.

00:20:08: Und ich denke dadurch, ihr hattet hier schon mehr Kontakt zum Tod als andere Kinder.

00:20:18: Man sollte also kein Kontakt mit dem Tod haben.

00:20:22: aber das ist Leben und sehr oft können wir die Sachen in unserem Leben nicht kontrollieren.

00:20:30: Wir können nicht kontrolliert werden wer stirbt wann stirbt Und wie alt man ist.

00:20:37: Wie gesagt, was ich sehr traurig finde ist dass wir uns überlegt haben Nikita könnte sehr gut als unser erster Kind Kindergast sein gerade wegen seiner Geschichte mit Heimatverlassen Flüchtlingskind hier sehr trauerisch sein.

00:20:55: deswegen und jetzt müssen wir leider diese Folge Nicht mit ihm, aber überall ihn machen auf dieser alten Weise.

00:21:07: Und was ich schön finde... Ich habe heute Morgen mit einer Freundin geredet und ich habe ja genau das gesagt, dass ihr heute Nachmittag kommt.

00:21:17: oder wir werden jetzt diese Folge für Nikita machen leider nicht mit ihm sondern über ihn und ohne ihn.

00:21:27: und dann meinte sie so ganz

00:21:56: Du musst mit anderen sprechen.

00:22:04: Du musst nicht alles allein tragen.

00:22:08: Ja, du musst mit deinem Freund Lehrer älteren oder Kuisinen sprechen.

00:22:20: Was denkst du?

00:22:22: Ich denke auch, dass man soll nicht alles alleine tragen sondern man soll mit anderen sprechen über die Probleme.

00:22:33: Und ich sehe ihn auf den Typ, du hast Tränen in deinen Augen und weißt du das ist auch in Ordnung.

00:22:39: Ich habe sehr viel gestern und vorgestern geweint also ich denke heute hab' ich einfach keine Träne mehr.

00:22:47: aber auch das ist absolut in Ordnungen wenn man das Gefühl hat man muss weinen egal aus welchen Grund.

00:22:55: lasse es weinen.

00:22:56: ja die Träner sind keine schlimme Sache.

00:23:02: Ich denke die Tränen sind auch ein Geschenk, weil wenn wir zum Beispiel in der Tierwelt schauen Tiere können eigentlich nicht weinen.

00:23:11: Ja und ja das ist auch eine Art Schmerz zu erleben, schmerzlos zu lassen Und im Endeffekt ja, wenn man jetzt nicht um einen Kind trauert dann warum oder um wen?

00:23:27: Der war genauso alt wie du naftib und ein Jahr älter.

00:23:31: Du bist vierzehn.

00:23:33: Ja, ich bin vierzehnt und ich werde fünfzehn in Dezember.

00:23:36: Ja und denk daran ja dein Leben geht jetzt weiter und sein Leben...ja.

00:23:44: Also es ist auch in Ordnung zu weinen das ist.

00:23:50: Ich weiß auch wie sich das anfühlt.

00:23:53: also ich weiß nicht.

00:23:54: ich denke dass habe ich nicht erzählt im Podcast.

00:23:57: ich habe es euch erzählt aber bis jetzt nicht so offentlich gesagt, also als ich damals mit vierzehn in die Krebserkrankung hatte zur gleichen Zeit hat auch meine beste Freundin Krebs und ja wir wurden... Also ich wurde damals im August operiert.

00:24:18: Sie wurden dann im September operiert, also fast gleichzeitig.

00:24:22: Wir hatten beide gleichzeitig die ganze Behandlung gemacht, die Schäme und alles.

00:24:30: Sie ist dann im August nächstes Jahres gestorben.

00:24:38: Und sie war meine beste Freundin, also ihr wart jetzt nicht so nah an Nikita aber sie war meiner besten Freundin.

00:24:45: und ich muss auch sagen ja heutzutage, achtundzwanzig Jahre später habe ich manchmal immer noch das Gefühl Ich habe Schuldgefühle.

00:25:03: Ja, Schuldgefühl!

00:25:04: Weißt du warum bin ich noch am Leben und warum es sich schon so lange tut?

00:25:09: Und warum ihr Leben damals mit nur sechzehn aufhören musste?

00:25:14: Also ja manchmal hab' ich auch diese Schuldgefüle... ...und ähm...ja, ich denke kein Kind sollte so eine Erfahrung machen dass ein anderes Kind das ist mehr oder weniger persönlich kannte sterben musste.

00:25:35: und deswegen ja es ist normal dass du weinen musst das ist normal, dass man sich traurig fühlt.

00:25:41: Und ich denke das was wir jetzt gerade machen hilft euch auch ein bisschen das zu verarbeiten oder?

00:25:47: Ja, es hilft.

00:25:50: Wie gesagt es hilft mir auch und leider hatte ich genug Erfahrung mit dem Tod.

00:26:02: Wie soll ich sagen, ja es ist nicht etwas was man verstehen kann und was man leicht verarbeiten kann.

00:26:13: Es ist einfach eine sehr große Tragödie wenn ein Kind sterben muss.

00:26:19: Ja also was können wir noch aus Nikitas Geschichte lernen?

00:26:25: Wir leiden das.

00:26:26: wenn du gerade kennst bitte sprich mit jemandem!

00:26:30: Ein Lehrer, ein Freund.

00:26:32: Ein Elternteil.

00:26:34: Ein Sozialarbeiter eine Bereitungsstelle.

00:26:38: Du musst nicht alles allein haben.

00:26:40: Genau Man muss vorsichtig

00:26:45: sein

00:26:47: dass man sich nicht die falschen

00:26:49: Freunde aussucht.

00:26:51: Ja sehr gut genau sehr wichtig

00:26:54: Dass man nicht solche Freunde vertraut Die deine sensible Situation ausnutzen.

00:27:05: Okay, ja genau sehr wichtig.

00:27:09: Und dich überzeiten Alkohol zu trinken Drogen zu nehmen und solche Sachen.

00:27:14: Genau weil wenn man dann so empfindlich ist und so down so traurig so deprimiert Ja ist man sehr sehr beeinflussbar sehr schnell beeinflusbar Und ja, sehr oft wenn man so einen Schmerz fühlt, will man alles machen damit dieser Schmerzen weggeht und dann greift man oft zu Alkohol, Zigaretten, Drogen usw.

00:27:44: In dieser Situation ist auch sehr wichtig okay also wie gesagt dass man eine vertraute Person hat mit der man reden kann Und man sollte sich auf jeden Fall aber vielleicht auch was anderes aussuchen.

00:27:56: Also für mich damals war damals die Musik, ja so ein Anker und jeder hat auch das Lesen hat mir damals sehr gut sehr viel geholfen.

00:28:10: Aber als ich krank war konnte ich dann nicht so viele lesen wegen der Chemo weil die Schämmer mich einfach platt gemacht hat und ich konnte nicht so viel lesen, aber die Musik hat mir immer geholfen.

00:28:22: Und ich denke das ist sehr wichtig dass jetzt dir da für sich einen Anker findet was man einem retten kann.

00:28:31: ja Musik lesen Filme kann man sich zum Beispiel eine Serie aussuchen Man jetzt die Geschichte dieser Gestalten im Film oder in der Serie und nicht mehr unbedingt seine eigenen Geschichte.

00:28:47: Und da kann man ein bisschen vergessen.

00:28:51: Aber wieder, man muss vorsichtig sein dass man jetzt nicht zu tief darin sich darin setzt das man die eigene Realität, die eigene Wirklichkeit vergisst.

00:29:01: aber ja es ist sehr wichtig dass man alles tut.

00:29:06: ich denke das ist was Nikita uns lernt und ja das wäre jetzt auch unsere Botschaft an euch, an alle Kinder in Jugendlichen da draußen.

00:29:25: also bitte sprecht mit jemandem.

00:29:28: es gibt nichts blühtes.

00:29:30: Es gibt keine blühte Gedanken.

00:29:32: oder hat keine Angst und sprecht einfach.

00:29:42: sagen jetzt erstmal Dankeschön, dass ihr zugehört habt.

00:29:48: Diese Folge war jetzt eine außergewöhnliche Folge.

00:29:53: die war nicht geplant aber wie man auf Englisch sagt ja du machst Pläne und dann Läden passiert so we are making Plains and then live happens.

00:30:10: Ja, wir haben uns dann entschieden diese Folge für der lieben Nikita zu machen in seiner Erinnerung und seine Erinnerungen und sein Leben zu würdigen.

00:30:22: Und auch auf dieser Art und Weise vor dem Abschied zu nehmen.

00:30:27: Also ja was wird er dir jetzt Nikita sagen?

00:30:32: Denk daran!

00:30:34: Er ist wahrscheinlich hier mit uns im Raum und... Was würdet ihr ihm sagen?

00:30:44: Ich würde er sagen Rest in Peace.

00:30:48: Also Ruhe in Frieden, ja das ist die deutsche...

00:30:52: Ich hoffe dass er glücklich ist und ich hoffe dass es nicht in Schmerzen

00:31:02: sondern

00:31:03: er ist glücklich.

00:31:05: Genau also Nikita wir wünschen dir jetzt endlich deine Ruhe gefunden hast, dass du keine Schmerze mehr trägst Dass du an einem besseren Ort bist und glücklich bist.

00:31:18: Und dass du auch von da oben auf uns hier unten schaust.

00:31:27: Ja, ruhig in Frieden und wir erleben dich!

00:31:33: Wir erleben Dich!

00:31:36: Vielen lieben Dank fürs Zuhören.

00:31:38: dieser Folge war für Nikita Tschüss, magst gut.

00:31:44: Passt gut auf euch auf und alles Gute!

00:31:48: Danke schön!

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