Wer ist Alexandra Becker, die Lehrerin hinter dem Projekt?
Show notes
Kurzes Interview mit Alexandra Becker, Leiterin und Initiatorin des Sozialrojekts "TRACES: Kinder helfen Kindern".
Show transcript
00:00:00: Hallo, herzlich willkommen zum unserem Podcast Races.
00:00:03: Kinder helfen Kinder.
00:00:05: Ich bin Nafti...
00:00:06: ...ich bin Suckman
00:00:08: und ich bin Alexandra Becker.
00:00:10: Heute machen wir ein Kursesinterview mit Frau Becker die Initiatoren und Leitschern des sozialen Projekts.
00:00:19: Wer
00:00:19: ist Alexandra Beker?
00:00:21: Die Frau hinter dem Projekt?
00:00:24: Hallo nochmal, ich bin Alexandra Becker.
00:00:28: Ich bin eine ganz normale Lehrerin aus Frankfurt.
00:00:31: Ich unterrichte an einer Schule in Frankfurt Deutsch.
00:00:34: Deutsch als Zweitsprache Englisch und Ethik.
00:00:37: Und ich komme ursprünglich aus Rumänien wo ich auch vier Jahre lang unterrichtet habe an einem Gymnasium aber das ist jetzt schon siebzehn Jahre her.
00:00:50: Woher geht es genau?
00:00:51: aus Rumänen?
00:00:53: Ich komme aus Brasov.
00:00:54: Der deutsche Name ist Kronstadt, es ist auch eine deutsche Stadt mit einer deutschen Minderheit und einem deutschen Gymnasium.
00:01:02: aber ich habe nicht an diesem Gymnasiums gelernt.
00:01:06: Ich war in einem ganz normalen rumänischem Gymnasum aber ich war Mathe Physik Billingua Deutschklasse.
00:01:13: also wir hatten fünfzehn Stunden Deutsch pro Woche und nur drei Stunden Rumänisch.
00:01:19: zum Beispiel.
00:01:19: ja Rumänische meine Muttersprache haben wir ganz viel Deutsch gelernt.
00:01:24: und was interessant ist vielleicht für viele Kinder, Brasov, Kronstadt liegt im Herzen von Transsilvanien.
00:01:32: Das kennen die Meistern von euch?
00:01:34: Oh wow!
00:01:35: Transsilvania mit
00:01:37: Dracula.
00:01:39: Ja genau das Transsilvanie mit Dracula.
00:01:42: Genau
00:01:43: So sie sind die Nachbarin von Dracula.
00:01:48: Ja, ich war die Nachbarin von Dracula beziehungsweise er war mein Nachbar.
00:01:52: Weil Bran, wo sein Schloss ist, ist nur zehn Kilometer von Brasov und meiner Heimatstadt entfernt.
00:02:00: Der hat mich ab und zu besucht hier.
00:02:05: Cool!
00:02:06: Das
00:02:07: ist so
00:02:08: toll.
00:02:10: Wie waren sie als Kind?
00:02:13: Also bis ich vierzehn Jahre alt war, war ich ein sehr fröhliches Kind.
00:02:18: Ich hatte immer Spaß und habe Lachen geliebt.
00:02:21: Ich habe sehr viel gelesen, aber sehr viel gespielt mit anderen Kindern.
00:02:29: Ich habe auch viel Fußball gespielt.
00:02:31: Ich bin auf Bäume geklettert, aber gleichzeitig war ich ein braver Kind.
00:02:36: Ich habe nie Quatsch gemacht und Probleme gemacht.
00:02:41: Meine Eltern waren immer sehr zufrieden mit mir.
00:02:44: Ich hab auch immer gut gelernt.
00:02:47: Also da gab es nie Probleme.
00:02:50: Was haben Sie gelesen?
00:02:52: Welches Buch?
00:02:54: Ich habe alles Mögliche gelesen, also als ich ganz klein war, habe ich Märchen gelesen.
00:03:00: Ich habe komischerweise diese traurigen Märchen von Hans-Christian Andersen und Conteste Segühe geliebt.
00:03:09: Und dann später habe ich Steven Kingen entdeckt.
00:03:14: Der ist bis heute einer meiner Lieblingsschriftsteller.
00:03:20: Wirklich alles, was mir in die Hände gefallen ist.
00:03:23: Auch rumänische Autoren habe ich sehr gerne gelesen und mit Jaljade zum Beispiel ist mein Lieblingsrumänisch-Autor.
00:03:33: Und ja... Ich habe auch Profisport gemacht bis ich vierzehn
00:03:38: war.
00:03:39: Welches Sportarten haben Sie gemerkt?
00:03:42: Ich habe Schwimmen und Eiskunstlaufen gemacht weil beide neben meinem.
00:04:16: Sie haben gesagt, dass nur
00:04:24: du bist.
00:04:43: Oh nein, das ist furchtbar.
00:04:47: Ja, das war leider so.
00:04:48: Aber das ist jetzt auch vorbei.
00:04:50: Das ist schon viele Jahre zurück und ich lebe.
00:04:55: Ich habe das überstanden und überlebt.
00:04:58: Ja genau!
00:05:00: Sie leben und sie haben auch andere Kinder Hoffnung gegeben?
00:05:06: Ja genau.
00:05:06: also ich versuche zumindest dass sich auch den Krankenkindern heutzutage Hoffnung gebe und Mut weil Ich als ehemalige Krebspatientin das überlebt habe, genau.
00:05:31: Also meine ehemmaligen Klassenkameraden aus der alten Schule waren natürlich sehr nett und lieb zu mir.
00:05:39: also die Sache sei Rumänien Wechselt man die Schule nach der achten Klasse, also die Grundschule ist quasi die ersten acht Jahre und nachher muss man eine Aufnahmeprüfung machen.
00:05:51: Man geht aufs Gymnasium Und als ich erkrankt war das war genau in den Sommerferien Nach dieser Wechsel Also bin dann aufs gymnasium gegangen.
00:06:03: Das heißt Ich hatte komplett neue Klassenkameraden Die mich vorher nicht kannten Und die hatten plötzlich eine Klassenkameradin, die Krebskrank war und die Chemotherapie gemacht hatte.
00:06:21: Wegen der Chemotherapien hatte ich dann keine Haare.
00:06:25: Ich muss leider sagen, sie waren sehr böse zu mir, sehr fies.
00:06:31: Ich wurde gemobbt mit anderen Worten.
00:06:35: Das ist sehr schlecht!
00:06:37: Warum haben Sie das gemacht?
00:06:40: Ja, das ist eine gute Frage.
00:06:42: Warum mobben die Kinder?
00:06:44: Warum werden die Kinder gemobbt?
00:06:46: Ich weiß es nicht!
00:06:48: Es gibt einige Erklärungen dafür.
00:06:51: Wir haben ja auch eine Folge in unserem Podcast extra über Bulling Mobbing Aber sie haben ein Krebskind gemobt.
00:07:02: So war es leider.
00:07:04: Wie wurden sie gemobpt?
00:07:09: Die haben ganz viele Sachen gemacht, aber das Schlimmste für mich war... Ich habe da keine Haare gehabt und ich habe keine Perücke getragen sondern eine Kappe.
00:07:19: Und die haben sehr oft einfach meine Kappe vom Kopf gerissen damit sie meine Glatze sehen und sich darüber lustig machen konnten.
00:07:29: Das war für mich ganz ganz schlimm.
00:07:31: also ihr müsst ja denken ich war vierzehn Jahre alt ja komplett ohne Haare, mir ging es dann noch schlecht dazu und ich war sehr schwach wegen der Therapie.
00:07:42: Ich konnte nicht so viel laufen, ich konnte natürlich kein Sport mehr machen und die haben manchmal auch gesagt ja Alexandra renne ich deine Operation wird platzen und solche Sachen.
00:07:53: also das war wirklich ganz ganz schlimm.
00:07:56: anstatt Unterstützung zu bekommen habe ich nur Bösewörter Ja, ganz fisses Verhalten von ihnen bekommen.
00:08:07: Oh, es ist so schlimm!
00:08:10: Ja das war aber vor langer Zeit... Ich denke mittlerweile haben sich langsam meine Wunden geheilt und das ist auch einer der Gründe warum ich dieses Projekt mache weil ich weiß wie man sich fühlen kann wenn man erkrankt ist und nicht unterstützt wird, ganz im Gegenteil gemobbt.
00:08:38: Wie hat sich die Erfahrung mit der Krebserkrankung verändert?
00:08:43: Das hat mich komplett verändert.
00:08:46: Ich weiß nicht was für eine Person ich gewesen wäre hätte ich diese Erkrankungen nicht gehabt aber ich bin dann auf jeden Fall viel nachdenklicher geworden.
00:08:57: Ich bin empathischer geworden, auf jeden fall verständnisvoller Und ich habe gelernt das Leben zu schätzen, weil wir nie wissen wie lange wir noch zu leben haben.
00:09:10: Wenn du mit vierzehn gesagt bekommst dass du eine tödliche Krankheit hast ja vor achtundzwanzig Jahren als ich krank war war diese Krankheit mehr oder weniger ein totes Diagnose.
00:09:26: die Sterberate lag irgendwie bei achtzig Prozent denke Und ich habe das gelernt, das Leben zu schätzen und mich nicht über Kleinigkeiten zu ärgern.
00:09:39: Ich habe jetzt nicht das letzte Model iPhone oder die letzten Markenkleidung oder solche Sachen.
00:09:48: Es ist alles nichts im Vergleich zu was man als krankes Kind erlebt.
00:09:57: Das hat mich auf jeden Fall... komplett verändert.
00:10:01: Und ich bin eigentlich gesagt auch dankbar für diese Erfahrung, weil ich nicht weiß, wer ich sonst gewesen wäre und ich denke dieser Erfahrung hilft mir auch in meiner Arbeit mit den Kindern, weil die Kinder viel besser verstehen können und besonders die Kinder, die Probleme haben, die Kinder die neu in Deutschland sind und hier keine Freunde haben, unter Depressionen leiden, die gemobbt werden.
00:10:26: Ich kann all das viel, viel besser verstehen weil ich selber etwas Ähnliches erlebt
00:10:36: habe.
00:10:38: Ja es gefällt
00:10:45: mir sehr gut hier sonst wäre ich wahrscheinlich nicht geblieben.
00:10:57: Ja, erst mal bleib ich hier weiter.
00:11:01: Was gibt ihnen Kraft?
00:11:03: Oh was gibt mir Kraft?
00:11:06: das Gebet, das Glauben an Gott gibt mir kraft.
00:11:12: Das Lachen der Kinder gibt mir Kraft Die Schönheit alles was schön ist die Schönheit in Tieren Natur In Musik, in Kunst, in Büchern und natürlich was mir auch Kraft gräbt sind meine Familie und meine Freunde und ihr natürlich meine Schülerinnen.
00:11:32: Wir freuen uns dass wir ihnen Kraft geben können.
00:11:36: Danke schön!
00:11:39: Was irritiert sie?
00:11:43: Schwierige Frage viele Sachen also.
00:11:44: momentan irritiert mich die Ungerechtigkeit, die Lügen Und diese Rücksichtlosigkeit, was gerade auf der ganzen Welt passiert mit Rücksichtslosigkeit gegenüber Menschen, gegenüber einfachen Menschen die einfach nur leben möchten und im Frieden leben möchten.
00:12:06: Okay so wie ist es in Rumänien zu unterrichten?
00:12:13: Dazu kann ich jetzt nicht so viel sagen, weil ich nur vier Jahre in Rumänien unterrichtet habe.
00:12:19: Meine ersten vier Jahre als Lehrerin und das war vor drei Jahren.
00:12:26: Und ich denke in dieser Zeit hat sich vieles verändert sowohl in Rumänen als auch in Deutschland.
00:12:32: aber was ich sagen kann ist dass überall Kinder gleich sind, Kinder sind Kinder.
00:12:37: Egal ob sie jetzt in Rumänien oder in Deutschland oder in den USA oder in China oder in Indien sind... Kinder sind Kindern.
00:12:46: und was anderes war in Rumänen?
00:12:51: Es waren andere Zeiten.
00:12:53: die Kinder hatten keine Handys, keine Smartphones, keine Ablenkung während des Unterrichts.
00:12:59: ich denke die waren auch mehr konzentrierter Die haben auch mehr mitgearbeitet und ich denke, die waren auch ein bisschen höflicher.
00:13:09: Natürlich sage jetzt nicht wegen euch aber heutzutage gibt es viele Kinder, die nicht so höflich sind, auch miteinander.
00:13:18: Und was man in Rumänien hat damals auch nicht so viel Materialien.
00:13:25: So wie heute.
00:13:25: man hat Apps, wo man zum Beispiel im Deutschunterricht die ganzen Audio-Dateien abhören kann und so weiter Videos.
00:13:35: Und sowas hatten wir natürlich nicht aber sonst ist in Prinzip alles das gleiche.
00:13:42: Oh!
00:13:43: Das ist sehr toll!
00:13:44: Aha Wir können uns ein Leben ohne Smartphones gar nichts vorstellen.
00:13:51: Vielen Dank für dieses Interview.
00:13:53: So können unsere Zoo-Horror wissen, wer Alexandra Becker ist.
00:13:58: Die Lehrerin hinter dem Projekt Traces.
00:14:01: Kinder helfen Kindern.
00:14:03: Vielen Dank fürs Zuhören!
00:14:06: Danke schön und bis nächstes mal Tschüss!
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